Projektive Geometrie & Reines Denken
Termin:
7. und 8. November 2026
Jeweils 09:00 – 13:00 h und 14:30 – 17:30 h
7. und 8. November 2026
Jeweils 09:00 – 13:00 h und 14:30 – 17:30 h
Seminarort:
Rudolf Steiner Institut
Poststr. 30
Bad Reichenhall
Hinweis: Das Seminar wird auch auch Online angeboten. Der Preis von 149,- EUR bezieht sich auf die Präsenzveranstaltung in Bad Reichenhall und ist direkt über den grünen “Bestellen”-Button buchbar.
INHALT DES SEMINARS:
Dieses Seminar verfolgt im Wesentlichen folgende zwei Motive:
Üben und Erleben des reinen Denkens
Es soll zum einen – hauptsächlich anhand von Begriffen aus der projektiven Geometrie – das reine Denken geübt und auch erlebt werden. Dies kann deshalb gewährleistet werden, weil wir vorrangig die Unendlichkeit untersuchen werden, welche nicht mit unseren Sinnen, also nur sinnlichkeitsfrei erlebt werden kann. Wir müssen daher in reine Begriffe eintauchen und können dabei mit Hilfe unseres Wahrheitsgefühls, das sehr viel mit der Logik zu tun hat, innerhalb der Axiomatik zu 100% sicheren, also wahren Aussagen kommen.
Das „Wie“ ist dabei wichtiger als das „Was“:
Die projektive Geometrie eignet sich hervorragend, um das reine Denken und das Wahrheitsgefühl zu erleben.
Die mathematischen Inhalte der projektiven Geometrie – in die wir aufgrund der Kürze des Seminars auch nicht sehr tief eintauchen können – sind zwar interessant, aber für die Übungen zunächst „zweitrangig“.
Erarbeiten inhaltlicher Begriffe der Geisteswissenschaft
Andererseits werden wir durch die Übungen auch Begriffe aus der projektiven Geometrie inhaltlich erarbeiten bzw. kennenlernen wie z.B. „Umstülpung“ oder „Polarität“. Diese Begriffe haben aber gerade in der Anthroposophie eine ganz zentrale Bedeutung. Und deshalb können die mathematischen Vorstellungen, die wir uns anhand der projektiven Geometrie erringen, helfen, sich inhaltsvollere Begriffe für die Geisteswissenschaft zu erwerben.
Genau hierzu beschreibt Rudolf Steiner in seiner Autobiographie, wie sich seine Vorstellung vom Raumbegriff durch das Kennenlernen der projektiven Geometrie gewandelt hat:
„Mir kam vor, dass man mit solchen Vorstellungen der neueren Geometrie den sonst in Leere starrenden Raum begrifflich erfassen könne. Die wie eine Kreislinie in sich selbst zurückkehrende gerade Linie empfand ich wie eine Offenbarung.“
(GA 28, S. 70)
Zusammenfassung:
Zusammenfassend werden wir also in diesem Seminar vorrangig Übungen machen, die uns ins reine, begriffliche Denken führen sollen, aber zudem auch immer wieder Querverbindungen zur Anthroposophie aufzeigen.
Durch das innere Erleben der Inhalte der projektiven Geometrie kann sich vielleicht auch eine Vorstellung des imaginativen Hellsehens, und damit indirekt eine Bestätigung der Geisteswissenschaft insgesamt ergeben:
„Man hat das imaginative Vorstellen natürlich noch nicht in der projektiven Geometrie, aber man nähert sich ihm, und das ist, wenn man es innerlich durchmacht, ein außerordentlich bedeutsames Erlebnis, ein Erlebnis, welches geradezu entscheidend werden kann für die Anerkennung des imaginativen Elementes und auch dafür, dass man sich dann den Weg der Geistesforschung bestätigt in der Richtung, dass man wirklich eine Vorstellung von diesem imaginativen Element bekommt.“
(GA 324, S. 85f)
Für wen ist dieses Seminar?
Die hauptsächliche Zielgruppe besteht zum einen aus all jenen, die bereits an der Holiversität die Erkenntniswissenschaft – als Student oder Gasthörer – absolviert haben. Andererseits sind aber auch alle herzlich willkommen, die sich generell für das reine Denken und das Wahrheitsgefühl interessieren oder sich nur inhaltlich näher auf die projektive Geometrie einlassen wollen.
Braucht es Vorkenntnisse?
Mathematische Vorkenntnisse – bis auf Basisbegriffe wie Punkt, Gerade und Ebene – sind tatsächlich gar keine nötig, denn die projektive Geometrie ist eine Geometrie, die zu einem großen Teil ohne Zahlen und ohne Berechnungen auskommt. M.a.W.:
Wir werden im gesamten Seminar keine einzige Berechnung durchführen.
Absolut nötig hingegen ist der Wille, in das reine Denken vorzudringen, denn ansonsten kann man es auch nicht erleben.
Seminarleitung:
Axel Burkart, Dipl.-Mathematiker
Michael Hillebrand, Mathematik-Oberstufenlehrer, Entwickler der Seminare
